Zukunft der Arbeit – Chancen und Herausforderungen

Am 13. September 2016 fand die 1. Regionalkonferenz der Offensive Mittelstand Netzwerk Ostthüringen in der Vogtlandhallte Greiz statt. Durch den Nachmittag begleitete der Moderator Herr Dr. Michael Uhlmann, Geschäftsführer der ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH aus Chemnitz.

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Herrn Ralf Hupfer, dem Koordinator des Offensive Mittelstand Netzwerkes Ostthüringen. Er zeigte auf, wie die Offensive Mittelstand durch die Zusammenarbeit im Netzwerk für kleine und mittel¬ständische Unternehmen ein Gewinn sein kann, damit diese auch fernab von Strukturen der Großkonzerne im Wandel der Arbeitswelt bestehen können.

Anschließend begrüßte Herr Gerd Grüner, Bürgermeister der Stadt Greiz, die anwesenden Gäste. Er verwies in seinem kurzen Problemaufriss auf die anstehenden Herausforderungen für die regionalen Unternehmen und zeigte sich erfreut, dass die Regionalkonferenz der Offensive Mittelstand Ostthüringen in Greiz durchgeführt wird.
In ihrem Vortrag stellte Anke Weithase, Netzwerkkoordinatorin der Offensive Mittelstand in Sachsen, die Ziele der Offensive in Deutschland vor. Diese unabhängige Initiative mit über 350 Partnern unterstützt mittelständische Unternehmen, damit sie durch die Gestaltung guter Arbeitsbedingungen langfristig innovativ und attraktiv bleiben.
Herr Achim Sieker, Referent des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, hob in seinem Vortrag die vielfältigen Aktivitäten der Initiative Neue Qualität der Arbeit hervor. Er verwies auf die unterschiedlichen Angebote und Unterstützungsstrukturen, auf die die KMU zurückgreifen können, um ihre Unter¬nehmensentwicklung voran zu treiben. Zu nennen wären hier u.a. die Partnernetzwerke von INQA, Checks und Tools zur Unternehmensanalyse, das Beratungsprogramm unternehmensWert:Mensch sowie das INQA-Audit Zukunftsfähige Unternehmenskultur.
Herr Prof. Dr. Michael Behr, Abteilungsleiter Arbeit und Qualifizierung im Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, stellte in seinem Vortrag „Fachkräftebedarf und Arbeitsmarkt – Perspektiven für Ostthüringen“ die Entwicklung des Thüringer Arbeitsmarktes seit der Wende dar und verwies auf die aktuellen Herausforderungen und Chancen des Freistaates. Er betonte, dass sich Thüringen als „Deutsches Schweden“ gemausert hat, mit der Chance, zu einer der bestintegrierten Vollbeschäftigungsgesellschaften Europas zu werden. Dies zeigt sich z.B. anhand der guten Erwerbsbeteiligung von Frauen bei gleichzeitig vergleichs¬weise hoher Geburtenrate. Herausforderungen liegen in Thüringen dennoch weiterhin im Bereich der besseren Integration von Älteren, Frauen, Migranten, Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderungen, um durch Renteneintritte wegfallende Arbeitskräfte zu kompensieren.
An diesen Vortrag schlossen sich die Ausführungen von Herrn Carsten Fröhlich, Consulter am Beispiel der HBS Elektrobau GmbH Oettersdorf, an, der über seine Erfahrungen beim Recruiting und der langfristigen Bindung von ausländischen Mitarbeitern berichtete. Er stellte neben Herausforderungen die Chancen und seine persönlichen Gelingensfaktoren vor. Er warnte gleichzeitig aber auch vor übersteigerten Erwartungen an dieses Vorgehen, um Unternehmen vor Enttäuschungen zu bewahren. Bei einem planvollen Vorgehen, welches die Belegschaft vorbereitet und einbezieht, bestehen günstige Voraussetzungen, um Mitarbeiter aus dem Ausland langfristig in das Unternehmen zu integrieren.
Nach einer Vernetzungspause stellte Frau Angelika Stockinger, Koordinatorin der Offensive Mittelstand Netzwerk Baden Württemberg, die Entscheidungshilfen Arbeit 4.0 vor. Diese Entscheidungshilfen ermöglichen KMU eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Mittelstand 4.0. Unternehmer erhalten damit Informationen, bekommen Zusammenhänge aufgezeigt und können somit Potenziale für ihr eigenes Unternehmen erschließen. Gleichzeitig dient dieses Tool auch Beratern und Beraterinnen, um das Thema Industrie 4.0 ihren mittelständischen Kunden näher zu bringen.
Im Beitrag „Gestalte MIT! – Gemeinsam voneinander lernen – mit kleinem Einsatz in KMU viel bewegen“ berichteten Christian Mothes, Personalreferent der MAHLE Industrial Thermal Systems Reichenbach GmbH und Sebastian Sommerfeld, Geschäftsführer Rettungsambulanz Greiz GmbH zusammen mit der Projektmitarbeiterin Philine Meyreiß (ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH) von ihren praktischen Erfahrungen mit dem INQA-Projekt GestalteMIT. Sie berichteten, welche Chancen die Mitwirkung in einem solchen Projekt bietet. Diese liegen insbesondere in der Vernetzung und im konkurrenzlosen Austausch untereinander, um durch gute Arbeitsbedingungen und Personalarbeit dem Ruf als attraktiver Arbeitgeber in der Region Ostthüringen gerecht zu werden.
Anschließend berichtete Christian Weyer, Bereichsleiter Gesundheit der Bauerfeind AG Zeulenroda, in seinem Praxisbericht „Gesundheit sichern im Betrieb“ über Gründe, Ansatzpunkte und Potenziale eines betrieblichen Gesundheitswesens. Er zeigte auf, wie Bauerfeind mit „Orthopädischen Services“ Gesundheit in Betrieben fördert.
Zum Abschluss der Vortragsreihe stellt Herr Andreas Polster, Geschäftsführer iapo – Institut für innovative Arbeitsgestaltung, Praxisberatung und Organisationsentwicklung in Lößnitz, seine „Beratersicht“ auf die Zukunft der Arbeit dar. Er verwies insbesondere auf die Herausforderungen in der Führung von Unternehmen, die heute oftmals noch so gehandhabt wird, wie sie früher einmal – in einer steuer- und planbaren Welt – funktional war. Er zeigte auf, dass hier ein Wandel hin zu einem modernen Management 4.0 dringend notwendig ist.
In der Talkrunde „Nachgefragt! Arbeit intelligent gestalten, aber wie?“ bat der Moderator Herr Dr. Michael Uhlmann Herrn Achim Sieker (BMAS), Herrn André Zeidler (GETT Gerätetechnik GmbH Treuen), Frau Kathrin Horn (BVMW), Hans-Jörg Lindner (TraCon GmbH & Co.KG Gera), Stephan Marek (Wirtschaftsförderer der Stadt Greiz) und Herrn Sven Heisig (Bestattungsinstitut Weberstraße Greiz) zum Gespräch. In dieser Runde ging es darum, das Thema des Tages – die Chancen und Herausforderungen der Zukunft der Arbeit – aus den unterschiedlichen Perspektiven – Politik, Unternehmer, Wirtschaftsförderer und Verbandsvertreter zu beleuchten und zu diskutieren. Dabei zeigte sich, dass es grundsätzlich nicht an Angeboten für Unternehmen mangelt. Die Herausforderung für Unternehmen besteht aber darin, aus dem Angebot zielgerichtet zu wählen und sich durch die zahllos erscheinenden Möglichkeiten durchzukämpfen bzw. auch manchmal den ersten Schritt zu tun. Weiterhin zeigte sich auch, dass es gerade in einer kleinteiligen Wirtschaftsregion wir Ostthüringen einer guten Vernetzung bedarf, um die Wirtschaft optimal für die Zukunft aufzustellen. Eine solche Möglichkeit der Vernetzung bietet z.B. die Offensive Mittelstand Netzwerk Ostthüringen.