In unregelmäßigen Abständen informieren wir Sie über den Projektverlauf in unserem Newsletter, den Sie hier herunterladen können:

Newsletter 9 vom Juni 2019

Newsletter 8 vom Oktober 2018

Newsletter 7 vom April 2018

Newsletter 6 vom November 2017

Newsletter 5 vom Mai 2017

Newsletter 4 vom November 2016

Newsletter 3 vom April 2016

Newsletter 2 vom Dezember 2015

Newsletter 1 vom Oktober 2015

 

 

Besonders kleine und mittlere Unternehmen sind häufig auf der Suche danach, wie sie versteckte Potenziale und vorhandenes Know-How für sich besser nutzen können – für die Gesundheitsförderung, eine moderne Personalarbeit oder einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Im Projekt „GestalteMIT“ wurden 80 Kümmerer aus 60 Unternehmen ausgebildet. In den Handlungsfeldern Personal, Gesundheit und Innovation erhielten sie in praxisnahen Seminaren und Workshops das nötige Rüstzeug, um ihre Rolle als interne Beauftragte, Berater und Gestalter gut ausfüllen zu können. Die Projektabschlussveranstaltung bot den rund 50 Teilnehmenden Gelegenheit, um sowohl auf Erreichtes zurück zu blicken, als auch neue Impulse mitzunehmen und sich auszutauschen.

GestalteMIT! als Handlungsaufforderung

Der Projektrückblick verdeutlichte, was das Projekt in seiner fünfjährigen Laufzeit geleistet hat und mit welcher Intensität die Kümmerer fit gemacht wurden. Ein Erfolgsfaktor dabei war die Einbeziehung der Bedarfe und Themen der Kümmerer in die Seminar- und Workshopkonzeption. Dadurch bekamen die Kümmerer Methoden und Instrumente an die Hand, um das Miteinander, die Kommunikation und die Prozesse im Unternehmen mitzugestalten und ihre Kolleginnen und Kollegen zum Mitgestalten zu animieren. In ihrem Grußwort unterstrich Dr. Julia Moser, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, den positiven Ansatz des Projektes und verwies auf die Lern- und Experimentierräume als neuer Ansatz der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), in denen im geschützten Rahmen Neues ausprobiert werden kann.

 

 

 

Menschen müssen gefördert werden und benötigen Rahmen und Perspektive

In ihrem eindrucksvollen Impulsvortrag brachte Kati Bauer, Geschäftsführerin von dieBRILLENBAUER GmbH, sieben Punkte mit, die sie für ein gutes Miteinander im Unternehmen als wichtig erachtet. Sie selbst hat nach dem Abitur den Beruf der Optikerin erlernt und war nach dem Abschluss der Meisterschule zunächst arbeitslos. Schließlich wurde ihr eine Stelle in Flöha angeboten – unter der Maßgabe, dass sie die Filiale kauft. Mittlerweile besitzt sie 11 Filialen in Sachsen und beschäftigt 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Führung kennt keine Pause, man führt immer!“ begann sie ihren 30-minütigen Vortrag. Dabei lautet ihr wichtigster Grundsatz „Loben zieht nach oben“. Das Ohr ist ein lernendes Organ. Das Unterbewusstsein kann nicht unterscheiden, ob ich andere oder mich selbst lobe. Mache ich also den andere groß, stärke ich auch mich selbst. Wichtiges Credo dabei: Man muss Menschen besprechen, nicht bedenken.

 

Strukturen und Standards unterstützen die Mitarbeitenden, sich innerhalb gesetzter Grenzen frei bewegen zu können. Klare, gemeinsam erarbeitete Feedback-Regeln unterstützen die Kritikfähigkeit der einzelnen Personen und fördern die Feedbackkultur. „Es geht alles bei mir los!“ Deswegen versucht sie, bei allen Aufgaben und Themen als Vorbild voran zu gehen. „Ich gebe Kollegen nur die Aufgaben, die ich selber ausprobiert habe“. Derzeit entsteht im Unternehmen ein gemeinsamer Wertebaum. Dazu gehört auch sich darüber zu verständigen, welcher Wert was für den Einzelnen bedeutet. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die Beschäftigten müssen ihr vertrauen, dass sie eine Vision hat und das Unternehmen in die richtige Richtung steuert. Gleichzeitig schenkt sie ihren Mitarbeitenden und Auszubildenden Vertrauen. Z.B. wird regelmäßig eine Filiale nur von Azubis geführt.

Über Gesundheits-, Innovations- und Personalthemen ins Gespräch kommen

In drei thematischen Workshops gab es anschließend reichlich Gelegenheit für Input und Austausch. Die wie immer zu knappe Zeit nutzten die Teilnehmenden um zu besprechen, was Gesundheit mit Unternehmenskultur zu tun hat, wie man Veränderungen und Unvorhersehbares lieben lernt oder wie Mitarbeiter/innen an das Unternehmen gebunden werden können. Deutlich wurde, dass es nicht nur einen richtigen Weg zum Ziel gibt, sondern es wichtig ist, ein Vorgehen zu wählen, welches die Menschen im Unternehmen einbezieht, mitnimmt und entwickelt – ganz im Sinne des Projektes GestalteMIT!

     
     

 Die Präsentationen und das Fotoprotokoll zum Download finden Sie in der Rubrik "Downloads".

Als Praxisbeispiel wurde das INQA-Modellvorhaben GestalteMIT in den "Wissen schafft Sicherheit - Leitfaden zur Umsetzung von Erfolgsfaktor 6" der BG RCI Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie aufgenommen.

 

Die VISION ZERO ist die Vision einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen. Höchste Priorität hat dabei die Vermeidung tödlicher und schwerer Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten.

Die Erfahrungen zeigen, dass sich eine Gliederung von Präventionsschritten in 7 entscheidende Themenfelder anbietet. Deshalb ist der VISION ZERO-"Leitfaden für die Umsetzung im Betrieb" in sieben „Erfolgsfaktoren“ gegliedert:

1 Leben Sie Führung
2 Gefahr erkannt – Gefahr gebannt
3 Ziele definieren – Programm aufstellen
4 Gut organisiert – mit System
5 Maschinen, Technik, Anlagen – sicher und gesund
6 Wissen schafft Sicherheit
7 Motivieren durch Beteiligung

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Nach 5 Jahren endet das INQA-Modellvorhaben GestalteMIT! und wir blicken zurück auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit über 60 Unternehmen und ihren Kümmerern. Wir möchten jedoch nicht nur zurückblicken, sondern mit Ihnen gemeinsam ins Gespräch kommen und den einen oder anderen Impuls geben. Melden Sie sich noch heute an, um am 14. Mai in der Handwerkskammer Chemnitz mit uns u.a. über folgende Themen zu diskutieren:
•    Was hat Gesundheit mit Unternehmenskultur zu tun?
•    Innovation - Veränderungen und Unvorhersehbares lieben lernen?!
•    Anketten oder Fesseln - wie Mitarbeiter/innen an das Unternehmen gebunden werden können.

Programm

8.30 Uhr  Einlass

9.00 Uhr  Begrüßung

9.05 Uhr  Grußwort: INQA und Experimentierräume (Reimund Overhage, Referatsleiter im   Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

9.15 Uhr  5 Jahre Gestalte MIT – ein dialogischer Projektrückblick (Prof. Dr. Michael Uhlmann, Geschäftsführer ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH; Jens Gerlinghoff, Geschäftsführer Fachkräftenetzwerk Oberlausitz gGmbH; Dr. Thomas Hartmann, Geschäftsführer tamen. Entwicklungsbüro Arbeit und Umwelt GmbH)

9.45 Uhr  Impulsvortrag (Kati Bauer, Geschäftsführerin dieBRILLENBAUER GmbH)

10.15 Uhr  Vernetzungspause

10.35 Uhr  Workshoprunde 1 + 2

  1. Was hat Gesundheit mit Unternehmenskultur zu tun? (Valentin Pistrujew, gmp – Gesundheitsmanagement und Prävention GmbH)
  2. Innovation – Veränderungen und Unvorhersehbares lieben lernen (Dirk Viertel, Quartarius)
  3. Anketten oder Fesseln – wie Mitarbeiter/innen an das Unternehmen gebunden werden können (Kati Bauer, dieBRILLENBAUER GmbH (angefragt) und Kristin Goldberg, ATB gGmbH)

12.45 Uhr  Abschluss und Ausblick mit anschließendem Mittagsimbiss

Moderation:   Kristin Goldberg, ATB gGmbH und Reno Rössel, FNO gGmbH

Die Anmeldeinformationen finden Sie hier.

 

 

 

 

 

Am 5. Dezember 2018 lud der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti) zum 15. Branchentag der Lausitzer Textil- und Bekleidungsindustrie ins TGZ nach Bautzen ein.

Der Branchentag stand unter dem Thema "Gewinnung und Bindung von (ausländischen) Fachkräften in der Textilindustrie". Erörtert wurde anfangs, dass sich die Textilindustrie in der heutigen Zeit verstärkt dem technischen Wandel stellen muss und die Fertigung von speziellen Textilien in Kleinserien als Zukunftsmodell gilt. Diese Themen spielten auch bei den Vorträgen zur Fachkräftegewinnung  und -sicherung eine Rolle.

Jens Gerlinghoff schilderte in seinem Vortrag die Erfahrungen im Projekt Gestalte MIT und die Chancen der Mitarbeiterbindung durch Etablierung eines betrieblichen Kümmerers (m/w). Nach der Vorstellung der Kümmerermodells  bestand für das Publikum die Möglichkeit, Fragen zum Projekt zu stellen.

  • Wie hat sich die Geschäftsleitung in den Ablauf eingebracht? Dort konnte Herr Gerlinghoff berichten, dass vor allen die Anwendungsworkshops und die Anwendungserprobung in den Unternehmen gute Möglichkeiten dafür bieten.
  • Welche Themen wurden in den Seminaren bearbeitet? Die Themen orientieren sich inhaltlich an den konreten Bedarfen, welche vorab erfasst wurden (z.B. zielgerichtete Durchführung von Mitarbeitergesprächen).

Mit dem Geschäftsführer des Verbandes der Textil-und Begleitungsindustrie, Herrn Dr. Werkstätter, wurde im Anschluss an die Veranstaltung ein regelmäßiger Austausch zur regionalen Fachkräftesicherung vereinbart. Unter den Teilnehmenden befand sich u.a. auch Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping.

 Hier geht es zu einem ausführlicheren Bericht des vti.