Am 06.06.2017 fand die Auftaktveranstaltung des Projektes GestalteMIT für den Zyklus IV in Chemnitz bei der ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH statt. Die Veranstaltung zielte darauf ab, dass sich die Teilnehmer gegenseitig sowie die wichtigsten Informationen für den Ablauf des Projektes kennenlernen. Die Teilnehmer stellten sich anhand ihres Schlüsselbundes vor. Dabei kamen interessante Zusatzinformationen zu Tage, z.B. ob man Arbeit und Privat auch schlüsselmäßig trennt, viel Fahrrad fährt oder Erinnerungsstücke aufbewahrt.

    

Im Anschluss starteten wir mit dem Thema Innovation, da die Beschäftigung mit dem Thema die Grundlage ist für

  1. eine erfolgreiche Etablierung der Kümmererrolle im Unternehmen und
  2. den Anstoß von Neuem sowie die Mitnahme der Beschäftigten.

Innovation bedeutet immer auch eine Veränderung. Deswegen beantworteten wir die Fragen: Wie kann man Veränderungsprozesse gestalten und managen? Wie kann man die Mitarbeiter mitnehmen? Und wie geht man mit Widerstand um? Zusätzlich beschäftigten wir uns mit den Rahmenbedingungen von Innovation und untersetzten sie mit Beispielen aus dem betrieblichen Alltag.

 

 

Gestalte MIT war im ddn-Info-Bus vertreten

Mobiler Unternehmerservice im Infobus in Sachsen auf Tour - Mit an Bord waren Spezialisten zum Thema Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt.

Wo Fachkräfte fehlen, sind nachhaltigem Wirtschaftswachstum enge Grenzen gesteckt. 2015 konnte jeder dritte Ausbildungsplatz in Sachsen nicht besetzt werden. Um Personalverantortlichen in dieser Situation neue Strategien aufzuzeigen, war seit dem 30. August 2016 ein mobiler Infobus auf den Weg durch den Freistaat. „Arbeit schafft Zukunft“, heißt die Aktion, die vom Demographie Netzwerk Sachsen in Kooperation mit dem INQA-Projekt GestalteMIT ins Leben gerufen wurde. Unterstützung hat das Projekt von der Sächsischen Staatskanzlei erhalten.

 
An vier Terminen zwischen August und Oktober 2016 hat der Bus in den Landkreisen Mittelsachsen, Sächsische-Schweiz/Osterzgebirge und im Erzgebirskreis Station gemacht. Die Standorte in unmittelbarer Nähe zu Unternehmen, quasi vor der Haustür der Unternehmer und Unternehmerinnen, machten es möglich, eine Vielzahl von Interessenten zu erreichen. Damit konnte das Projekt Gestalte MIT inklusive der Erweitereung im Jahr 2017 publik gemacht werden.

Neben der persönlichen Ansprache der im Bus befindlichen Institutionen und Akteure, wurde ein Informationsmaterial mit Adressen und Ansprechpartnern bereitgestellt. In der Übersicht sind die Partner gelistet, an die sich interesseirte Unternehmer und Unternehmerinnen wenden können, wenn sie Fragen zur Beschäftigung, zur Ausbildung oder zu Praktika für Geflüchtete haben.

Verfügbar sind die Informationen für die Regionen:

  • Mittelsachsen
  • Osterzgebirge/Sächsiche Schweiz
  • Erzgebirge

Diese Informationsmaterialien senden wir Ihnen auf Anforderung gerne zu. Senden Sie uns eine Mail mit der Nennung der Region.

 

Weitere Informationen und kurze Berichte finden Sie unter:

http://www.atb-chemnitz.de/

http://www.demographie-netzwerk.de/themen/details/aktuelles/ddn-infobus-bringt-know-how-in-die-region/

http://www.andrassy.de/infobus-tour-arbeit-schafft-zukunft/

 

 

Videodokumentationen:

https://player.vimeo.com/video/182076433

https://player.vimeo.com/video/183845140

https://player.vimeo.com/video/183842148

https://player.vimeo.com/video/183841872

 

 
   
   
   
 
   

 

 

 

 

 

Zukunft der Arbeit – Chancen und Herausforderungen

Am 13. September 2016 fand die 1. Regionalkonferenz der Offensive Mittelstand Netzwerk Ostthüringen in der Vogtlandhallte Greiz statt. Durch den Nachmittag begleitete der Moderator Herr Dr. Michael Uhlmann, Geschäftsführer der ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH aus Chemnitz.

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Herrn Ralf Hupfer, dem Koordinator des Offensive Mittelstand Netzwerkes Ostthüringen. Er zeigte auf, wie die Offensive Mittelstand durch die Zusammenarbeit im Netzwerk für kleine und mittel¬ständische Unternehmen ein Gewinn sein kann, damit diese auch fernab von Strukturen der Großkonzerne im Wandel der Arbeitswelt bestehen können.

Anschließend begrüßte Herr Gerd Grüner, Bürgermeister der Stadt Greiz, die anwesenden Gäste. Er verwies in seinem kurzen Problemaufriss auf die anstehenden Herausforderungen für die regionalen Unternehmen und zeigte sich erfreut, dass die Regionalkonferenz der Offensive Mittelstand Ostthüringen in Greiz durchgeführt wird.
In ihrem Vortrag stellte Anke Weithase, Netzwerkkoordinatorin der Offensive Mittelstand in Sachsen, die Ziele der Offensive in Deutschland vor. Diese unabhängige Initiative mit über 350 Partnern unterstützt mittelständische Unternehmen, damit sie durch die Gestaltung guter Arbeitsbedingungen langfristig innovativ und attraktiv bleiben.
Herr Achim Sieker, Referent des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, hob in seinem Vortrag die vielfältigen Aktivitäten der Initiative Neue Qualität der Arbeit hervor. Er verwies auf die unterschiedlichen Angebote und Unterstützungsstrukturen, auf die die KMU zurückgreifen können, um ihre Unter¬nehmensentwicklung voran zu treiben. Zu nennen wären hier u.a. die Partnernetzwerke von INQA, Checks und Tools zur Unternehmensanalyse, das Beratungsprogramm unternehmensWert:Mensch sowie das INQA-Audit Zukunftsfähige Unternehmenskultur.
Herr Prof. Dr. Michael Behr, Abteilungsleiter Arbeit und Qualifizierung im Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, stellte in seinem Vortrag „Fachkräftebedarf und Arbeitsmarkt – Perspektiven für Ostthüringen“ die Entwicklung des Thüringer Arbeitsmarktes seit der Wende dar und verwies auf die aktuellen Herausforderungen und Chancen des Freistaates. Er betonte, dass sich Thüringen als „Deutsches Schweden“ gemausert hat, mit der Chance, zu einer der bestintegrierten Vollbeschäftigungsgesellschaften Europas zu werden. Dies zeigt sich z.B. anhand der guten Erwerbsbeteiligung von Frauen bei gleichzeitig vergleichs¬weise hoher Geburtenrate. Herausforderungen liegen in Thüringen dennoch weiterhin im Bereich der besseren Integration von Älteren, Frauen, Migranten, Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderungen, um durch Renteneintritte wegfallende Arbeitskräfte zu kompensieren.
An diesen Vortrag schlossen sich die Ausführungen von Herrn Carsten Fröhlich, Consulter am Beispiel der HBS Elektrobau GmbH Oettersdorf, an, der über seine Erfahrungen beim Recruiting und der langfristigen Bindung von ausländischen Mitarbeitern berichtete. Er stellte neben Herausforderungen die Chancen und seine persönlichen Gelingensfaktoren vor. Er warnte gleichzeitig aber auch vor übersteigerten Erwartungen an dieses Vorgehen, um Unternehmen vor Enttäuschungen zu bewahren. Bei einem planvollen Vorgehen, welches die Belegschaft vorbereitet und einbezieht, bestehen günstige Voraussetzungen, um Mitarbeiter aus dem Ausland langfristig in das Unternehmen zu integrieren.
Nach einer Vernetzungspause stellte Frau Angelika Stockinger, Koordinatorin der Offensive Mittelstand Netzwerk Baden Württemberg, die Entscheidungshilfen Arbeit 4.0 vor. Diese Entscheidungshilfen ermöglichen KMU eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Mittelstand 4.0. Unternehmer erhalten damit Informationen, bekommen Zusammenhänge aufgezeigt und können somit Potenziale für ihr eigenes Unternehmen erschließen. Gleichzeitig dient dieses Tool auch Beratern und Beraterinnen, um das Thema Industrie 4.0 ihren mittelständischen Kunden näher zu bringen.
Im Beitrag „Gestalte MIT! – Gemeinsam voneinander lernen – mit kleinem Einsatz in KMU viel bewegen“ berichteten Christian Mothes, Personalreferent der MAHLE Industrial Thermal Systems Reichenbach GmbH und Sebastian Sommerfeld, Geschäftsführer Rettungsambulanz Greiz GmbH zusammen mit der Projektmitarbeiterin Philine Meyreiß (ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH) von ihren praktischen Erfahrungen mit dem INQA-Projekt GestalteMIT. Sie berichteten, welche Chancen die Mitwirkung in einem solchen Projekt bietet. Diese liegen insbesondere in der Vernetzung und im konkurrenzlosen Austausch untereinander, um durch gute Arbeitsbedingungen und Personalarbeit dem Ruf als attraktiver Arbeitgeber in der Region Ostthüringen gerecht zu werden.
Anschließend berichtete Christian Weyer, Bereichsleiter Gesundheit der Bauerfeind AG Zeulenroda, in seinem Praxisbericht „Gesundheit sichern im Betrieb“ über Gründe, Ansatzpunkte und Potenziale eines betrieblichen Gesundheitswesens. Er zeigte auf, wie Bauerfeind mit „Orthopädischen Services“ Gesundheit in Betrieben fördert.
Zum Abschluss der Vortragsreihe stellt Herr Andreas Polster, Geschäftsführer iapo – Institut für innovative Arbeitsgestaltung, Praxisberatung und Organisationsentwicklung in Lößnitz, seine „Beratersicht“ auf die Zukunft der Arbeit dar. Er verwies insbesondere auf die Herausforderungen in der Führung von Unternehmen, die heute oftmals noch so gehandhabt wird, wie sie früher einmal – in einer steuer- und planbaren Welt – funktional war. Er zeigte auf, dass hier ein Wandel hin zu einem modernen Management 4.0 dringend notwendig ist.
In der Talkrunde „Nachgefragt! Arbeit intelligent gestalten, aber wie?“ bat der Moderator Herr Dr. Michael Uhlmann Herrn Achim Sieker (BMAS), Herrn André Zeidler (GETT Gerätetechnik GmbH Treuen), Frau Kathrin Horn (BVMW), Hans-Jörg Lindner (TraCon GmbH & Co.KG Gera), Stephan Marek (Wirtschaftsförderer der Stadt Greiz) und Herrn Sven Heisig (Bestattungsinstitut Weberstraße Greiz) zum Gespräch. In dieser Runde ging es darum, das Thema des Tages – die Chancen und Herausforderungen der Zukunft der Arbeit – aus den unterschiedlichen Perspektiven – Politik, Unternehmer, Wirtschaftsförderer und Verbandsvertreter zu beleuchten und zu diskutieren. Dabei zeigte sich, dass es grundsätzlich nicht an Angeboten für Unternehmen mangelt. Die Herausforderung für Unternehmen besteht aber darin, aus dem Angebot zielgerichtet zu wählen und sich durch die zahllos erscheinenden Möglichkeiten durchzukämpfen bzw. auch manchmal den ersten Schritt zu tun. Weiterhin zeigte sich auch, dass es gerade in einer kleinteiligen Wirtschaftsregion wir Ostthüringen einer guten Vernetzung bedarf, um die Wirtschaft optimal für die Zukunft aufzustellen. Eine solche Möglichkeit der Vernetzung bietet z.B. die Offensive Mittelstand Netzwerk Ostthüringen.
   

 

 

 

 

 

Am 11. Mai 2016 hat der 2. Landeskongress der Offensive Mittelstand Sachsen „Mitarbeiterorientierte Personalarbeit in Unternehmen der Zukunft“ stattgefunden.

Das Team des Projektes „GestalteMIT“ war mit einem Informationsstand vertreten. Vor dem Theoriebgebäude bei der Handwerkskammer Chemnitz stand unser Projektbus für die Interessierten bereit.

 

Impressionen vom 2. Landeskongress  der Offensive Mittelstand Sachsen finden Sie hier.

Das Programm können Sie im Flyer (PDF-Datei 555 kB) noch einmal nachlesen.


 


 

Zum Thema „Innovation im digitalen Zeitalter“ öffnete die biostep GmbH am 10. Juni für einen Anwendungsworkshop der besonderen Art ihre Geschäftsräume. Die von der Innovationsallianz Arbeit und Digitalisierung (bestehend aus FhG IAO Stuttgart, Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz und ATB gGmbH) initiierte Veranstaltung führte Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft zu Inspiration und Austausch zusammen.

Gastgeber Heiko Mixtacki, Geschäftsführer der biostep GmbH, begann die Veranstaltung mit der Vorstellung der Planung und Realisierung einer technologischen Innovation auf kleinstem Raum. Das Celvin® ist ein neuartiges CL-Detektionssystem, das kleiner ist als Konkurrenzprodukte, finanziell erschwinglich und auch sonst noch einige Vorteile und Besonderheiten aufweist. Mixtacki zeigt damit auf, dass kleine Unternehmen ihre Vorteile als flexibler Kundenproblemlöser gezielt für Innovationen nutzen können. Celvin® entstand aus der Perspektive des Kunden, indem es hilft typische Prozessfehler zu vermeiden, die Effektivität von Labor- und Forschungsarbeit zu verbessern und zu einem attraktiven Preis angeboten wird, der es Entscheidern leicht macht. Celvin®  zielt bewusst auf eine für KMU interessante Nische und wurde auf Basis definierter „Leitplanken“ entwickelt.  Im anschließenden Betriebsrundgang mit Laborexperiment konnten sich die Besucher selbst einen Eindruck davon verschaffen, wie bei biostep unter guten Arbeitsbedingungen Innovationen entstehen und Wertschöpfung generiert wird.


Aktuelle Erkenntnisse der Forschung zum Arbeiten und Leben in einer digitalen Welt präsentierte Walter Ganz, Institutsdirektor des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) aus Stuttgart. Er sprach u.a. an, dass wir Roboter in Zukunft nicht (nur) als Werkzeuge, sondern vielmehr als Kollegen sehen sollen, mit denen wir zusammen an einem Projekt arbeiten. „Statt unablässig den Verlust der alten Industrien zu bejammern, müssen wir uns einfach dem Abenteuer stellen, neue Industrien zu entwickeln.“ Das von ihm gewählte Zitat von John Naisbitt verdeutlicht sehr gut, dass man sich auf Innovationen einfach einlassen muss. Als besonders wichtig, merkte er auch das Thema Vernetzung an. Der angestrebte Echtzeit-Informationsaustausch ermöglicht die Ressourcenteilung und Steuerung von Maschinen über Plattformen und erschließt somit Potenziale der Produktivitätssteigerung. Zugleich wies er auf das bislang weitgehend unerschlossene Potenzial der Digitalisierung von Wissensarbeit hin, welches es zu heben und zu gestalten gilt.

Prof. Angelika C. Bullinger-Hoffmann, Leitung Professur Arbeitswirtschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz, beschrieb in welchem Umfeld aus Sicht der Praxisforschung Innovationen entstehen. Man benötigt etwa 2.000 Ideen, um am Ende zehn erfolgreich umgesetzte Projekte zu erhalten. Dafür braucht es Leitplanken, Flexibilität und ein geeignetes Vorgehen. Eine Möglichkeit den Innovationsprozess zu systematisieren stellt das sogenannte „Innovation Engineering“ dar. Diese softwaregestützte Methode besteht aus verschiedenen Bausteinen und Stufen zur Ideenentwicklung und Priorisierung. Somit gelingt es organisations- und unternehmensübergreifend Akteure einschl. Kunden und Partner gleichzeitig in einen technologiebasierten anonymen Entwicklungsprozess zusammenzuführen, der eine 30% höhere Ausbeute an Ideen verspricht.

Einen unkonventionellen aber sehr erfolgreichen Ansatz der Innovation stellte Dr. Steffen Leischnig, Geschäftsführer der LSA Schaltschrankbau Automatisierungstechnik, vor. Bei LSA wird weitgehend hierarchielos und projektorientiert auf Basis von Zielen gearbeitet. Nach dem Prinzip „Die Aufgabe findet den Mitarbeiter“ wird eine optimale und motivierende Stellenbesetzung angestrebt. Dies bedeutet, dass für jeden Mitarbeiter Aufgabenbereiche und Kompetenzfelder gefunden werden, die genau zu ihm passen. Für seine ca. 30 Mitarbeiter hat sich dieses Konzept als äußerst innovationsbefördernd und erfolgreich herausgestellt.

Eine abschließende Gesprächsrunde mit den anwesenden Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft beleuchtete die wirtschaftlichen Voraussetzungen und  Rahmenbedingungen für erfolgreiche Innovationen im  Erzgebirgskreis. Neben der demonstrierten Offenheit im Kopf bietet die hohe Dichte an Industriearbeitsplätzen eine hervorragende technologische Basis auf der Innovationen erfolgreich entstehen und verwertet werden können. Innovation wird auch in Zukunft nicht primär in der Cloud sondern am Standort entstehen. Die erfolgreiche Vermarktung und Verbreitung verlagert sich allerdings stärker auf digitale Plattformen und Geschäftsmodelle, deren Erschließung und Nutzung verstärkte IT- Kompetenzen in Unternehmen erfordern.  
Text: CS | Fotos: RT